Das Waldviertel hat nicht nur weitläufige Wiesen und Wälder zu bieten, sondern auch viele interessante Wandermöglichkeiten. Kein Wunder, dass es Herrn und Frau Wanderlich immer wieder in diese Region zieht. Diesmal sind sie im Bezirk Horn – genauer gesagt in Geras, einer der kleinsten Städte Österreichs – gelandet.
Die Ortschaft im nördlichen Waldviertel kann gut mit dem Auto erreicht werden, ZugliebhaberInnen reisen mit dem „Reblaus Express“ an. Die nostalgische Erlebnisbahn pendelt zwischen dem Wein- und Waldviertel und man kann auf diesem Weg ganz gemütlich einige der schönsten Plätze Niederösterreichs erkunden.
Die findigen Wanderlichs haben sich gleich im „Schüttkasten“ einquartiert, ein zu einem Hotel umgebauter ehemaliger Getreidespeicher aus dem 17. Jahrhundert, der zum Stift Geras gehört. Hier lässt es sich auch wunderbar schmausen, falls man im Zuge des Wanderausflugs noch wo einkehren möchte.
Hier kann man gut in den Tut Gut-Wanderweg Nr. 1 einsteigen: 4.300 Meter, für die man etwa 6.200 Schritte benötigt. Nachdem Herr und Frau Wanderlich gerne entdecken, genießen, fotografieren und verweilen, eine hübsche kleine Rundwanderung mit gut zwei Stunden Zeitaufwand. „Tut gut!“ unterstützt bereits 89 Gemeinden bei der Umsetzung unterschiedlicher Wanderwege. Über 270 abwechslungsreiche Routen auf gut beschilderten Wegen führen zu den schönsten Regionen Niederösterreichs.
Herr und Frau Wanderlich spazierten zunächst durch den Hufnagl-Wald in Richtung Kirchbergweg und Jägerkreuz. Entlang der Strecke gab es immer wieder interessante Dinge zu entdecken – Natur pur und keine Menschenseele. Über die Feldgasse gelangt man dann zurück ins Ortszentrum, wobei man noch ein paar typische Waldviertler Fischteiche wie etwa den Oberhofteich passiert.
Stift Geras ist dann auf alle Fälle eine ausgiebigere Besichtigung wert. Das Kloster wurde bereits 1153 gegründet und bildete mit dem zehn Kilometer entfernten Frauenkonvent Pernegg ein Doppelkloster, in dem also Frauen und Männer in zwei voneinander getrennten Gemeinschaften lebten. In der Gründungszeit war die Anlage verhältnismäßig groß, aber heute gehört sie zu den kleineren Stiften in Österreich.
Bei der Stiftskirche handelt es sich um eine romanische Pfeilerbasilika, die später gotisiert wurde. Über dem barocken Gewölbe sind noch Fensteröffnungen aus romanischer und gotischer Zeit zu sehen. Auch der Innenhof mit seinem Brunnen lädt zum Verweilen ein – hier finden sich ein paar hübsche schattige Plätzchen, um die Umgebung auf sich wirken zu lassen.
Das Stift Geras ist das älteste ohne Unterbrechung bestehende Männerkloster des Prämonstratenser-Ordens und kann auf eine wechselhafte Geschichte zurückblicken. Heute werden hier bedeutende Kunstkurse veranstaltet, während im 1783 aufgehobenen Kloster Pernegg seit knapp 30 Jahren ein Fasten- und Seminarzentrum betrieben wird.
Der Tut Gut-Wanderweg führt über die klostereigene Verkaufsstelle wieder hinauf zum Schüttkasten. Seit dem Mittelalter betreibt das Stift in nahe gelegenen Teichen Fischwirtschaft, man findet hier auch noch einen der ältesten in Gebrauch befindlichen Fischkalter – spezielle Aufbewahrungsbecken für Lebendfische, die einer besonderen Pflege bedürfen. Nichts für unsere beiden Vegetarier, welche die Rundwanderung lieber bei einem Schafmilcheis vom Biobauern im Gastgarten des Schüttkastens ausklingen ließen.
Text- und Bildschmiede:
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