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Wider Erwarten und dem Klimawandel zum Trotz wurden wir dieses Jahr tatsächlich mit weißen Weihnachten gesegnet. Herr und Frau Wanderlich schlüpften rasch in ihre warmen Sachen und sausten in die Natur hinaus. Einige schöne Rundwanderungen bietet zum Beispiel die kleine niederösterreichische Gemeinde Brand-Laaben. Vom Parkplatz beim Gemeindeamt kann man in verschiedene Richtungen losmarschieren. Herr und Frau Wanderlich entschieden sich diesmal für den etwa fünf Kilometer langen Elsbeerweg mit der Wegnummer 1, für den man ungefähr 1 ½ Stunden veranschlagen sollte. Zunächst muss man die Fahrbahn und den kleinen Laabenbach queren, um kurz darauf in die zweite Straße nach rechts abzubiegen Die Wanderlichs erfreuten sich auf dem Abschnitt des Laabentalradweges an den tief verschneiten Häusern mit ihren geschmückten Gärten. Alles war wie in Watte gepackt und der Schnee dämpfte ihre Schritte, als sie die kleine Anhöhe zur Linken hinaufstiegen. Es geht ein kleines Stück die Straße entlang, bevor der Elsbeerweg nach links und an den Waldrand hinaufführt. Von hier genießt man einen schönen Blick auf die kleine Ortschaft Laaben, wobei der Winterwald rundherum einen herrlichen Rahmen bot. Weg 1 verläuft anschließend durch den Wald, wo Herr und Frau Wanderlich an kleinen zugefrorenen Teichen und Bäumen mit dicken Schneemützen vorbeikamen. Einige davon wurden im Vorbeigehen von ihren schweren Lasten befreit, indem die zwei behutsam deren Äste schüttelten. Die ruhige Winterlandschaft hatte an diesem Tag einen ganz besonderen Zauber und die frische klare Luft war eine richtige Wohltat für die stadt-geeichten Lungen der Wanderlichs. Man wird mit vielen wunderbaren Eindrücken belohnt, wenn man selbst bei Minusgraden seine behaglichen vier Wände verlässt. Man wandert über den westlich gelegenen Höhenrücken und steigt schließlich über eine weitläufige Streuobstwiese wieder ab in den Ort. Elsbeerbäume säumen hier die Wege ebenso wie Himbeer- und Brombeersträucher, die sich jedoch momentan allesamt im Winterschlaf befanden. Wanderlichs querten die Straße und kamen an einem alten Bauernhof vorbei, der früher richtig herrschaftlich ausgesehen haben muss. Sie stapften am Wasser entlang durch den Schnee, bis der Bach über einen kleinen Steg beim Gasthaus Laabenbachstube überschritten wird – diese dürfte mittlerweile dauerhaft geschlossen sein. Zuletzt folgt man noch ein kurzes Stück der Straße durch den Ort hindurch, bevor man wieder beim Gemeindeamt von Laaben anlangt. Herr und Frau Wanderlich empfehlen, den Elsbeerweg zu unterschiedlichen Zeiten des Jahres zu begehen, um den seltenen, bis zu 300 Jahre alt werdenden Wildobstbaum in all seinen Facetten kennenzulernen. Die Elsbeere ist nämlich eine Besonderheit in den heimischen Laubwäldern. Sie bildet nirgendwo Reinbestände aus, sondern ist fast immer nur als einzelner zwischen den übrigen Bäumen zu finden. Im Wienerwald stehen mit geschätzten 1000 Exemplaren besonders viele und meist frei auf ausgedehnten Wiesen. Ihr Holz zählt du den härtesten unter den europäischen Bäumen und erzielt oft hohe Preise. In den vergangenen Jahrhunderten kam es daher zu einer starken Übernutzung der Bestände. Während das Furnier vorwiegend für die Möbelschreinerei verwendet wird, findet das Holz auch Anwendung im Blasinstrumentenbau. Die Früchte der Elsbeere werden in zahlreichen Gasthäusern der Region zu wahren Gaumenfreuden verarbeitet. Die Ausbeute ist jedoch sehr gering, da die Beeren einzeln per Hand geerntet werden müssen – was natürlich auch die hohen Preise der Produkte erklärt.
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Herr und Frau Wanderlich teilen eine gemeinsame Leidenschaft - die (Fern-) Wanderei. Folge ihnen auf ihren Streifzügen durchs In- und Ausland... ARCHIV
Januar 2026
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