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Das Waldviertel in Niederösterreich ist ein wunderbarer Landstrich – Natur pur sowie ein weitreichendes Wanderwegenetz laden zum Erkunden ein. Herr und Frau Wanderlich lieben die meist wenig begangenen Pfade und haben sich bei ihrem letzten Aufenthalt für eine Rundwanderung mit knapp 2 ½ Stunden entschieden. Man kann die Tour bereits in Gars am Kamp beginnen oder erst im benachbarten Thunau, wo aber nahezu überall Kurzparkzone herrscht. Wer also mit dem fahrbaren Untersatz anreist, ist am Hauptplatz von Gars besser aufgehoben. Wanderlichs nahmen demnach die sieben Kilometer lange Strecke von hier aus bei gutem Wetter und bester Laune in Angriff. Der Weg führt zunächst über die Gföhlerstraße und Schimmelsprunggasse, in der es etliche schöne Villen zu sehen gibt, und dann weiter an den Bahngleisen beziehungsweise am Kamp entlang. Über einen Anstieg gelangt man in den Wald und kommt an den spärlichen Überresten der Ruine „Klösterl“ vorbei. Zu dieser Ruine gibt es praktisch keine Quellen. Das Gebäude dürfte im 13. Jahrhundert errichtet worden sein, wobei die bauliche Struktur auf einen Bau profaner Nutzung hinweist. Die Theorie, dass es sich bei den Überresten um ein ehemaliges Kloster gehandelt haben könnte, entstammt womöglich der Tatsache, dass an dieser Stelle noch länger die Kapelle einer aufgegebenen Burg gestanden hat. Beim Bau der Kamptalbahn im Jahr 1887 wurde dann alles bis auf eine verbliebene Mauer gesprengt und abgetragen. Wanderlichs, die historischen Dingen sehr zugetan sind, fanden das äußerst schade, konnten aber leider auch nicht mehr über die mysteriösen Gemäuer herausfinden. Also wanderten die beiden weiter nach Buchberg am Kamp, wo ein herrschaftliches Schloss mit Bauphasen aus dem 12. bis zum 20. Jahrhundert steht. Dieses befindet sich seit 1965 im Privatbesitz von Dieter und Gertraud Bogner, die hier Ende der 1970-er Jahre den Kunstraum Buchberg gründeten. BesucherInnen erwartet eine spannende Mischung aus landschaftlichen, architektonischen, geschichtlichen, künstlerischen und kunsttheoretischen Räumen mit einem Herzstück aus dreißig Projekten. Internationale KünstlerInnen nutzten dabei für ihre Arbeiten das Angebot unterschiedlicher räumlicher Situationen in den Gärten, Höfen, Türmen, Zimmern und Gängen der weitläufigen Schlossanlage. Herrn und Frau Wanderlich hatte es vor allem der „Star Of David“ im ehemaligen Ziergarten oder vielmehr Wassergraben des Schlosses angetan, der 1996 von dem amerikanischen Bildhauer, Konzept- und Videokünstler Dan Graham geschaffen wurde. Der Pavillon aus Glas, Beton und Stahl ist nicht nur die erste künstlerische Arbeit, die für den Außenraum von Schloss Buchberg konzipiert wurde, er ist auch das Erste, was man sieht, wenn man sich dem Gebäude nähert. Von hier führt der Wanderweg über den Kamp und an dessen Ufer entlang nach Zitternberg. Nach einem kleinen Umschweif durch die hiesigen Kellergassen, kamen die Wanderlichs unter anderem an der St. Anna-Kirche und der Waldpension Mück vorbei, und spazierten durch die Wozniczakgasse, in der es abermals schöne Villen zu bestaunen gab. Über Thunau geht es dann gemütlich wieder zurück nach Gars am Kamp, wobei man noch den Kurpark besuchen kann. Dieser wurde im historischen Stil eines Stadtparks errichtet und ist ein Muss für alle Falco-Fans, da dort die angeblich erste und einzige Statue des 1998 tödlich verunglückten österreichischen Pop-Stars aufgestellt wurde.
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Herr und Frau Wanderlich teilen eine gemeinsame Leidenschaft - die (Fern-) Wanderei. Folge ihnen auf ihren Streifzügen durchs In- und Ausland... ARCHIV
September 2026
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