Die Blockheide ist ein Naturschutzgebiet bei Gmünd im nordwestlichen Waldviertel. Bizarre Granitformationen, stille Wälder, sanfte Wiesen- und Heidelandschaften, versteckte Waldteiche und ein naturnahes Bachtal – dieser Naturpark ist in vielerlei Hinsicht einmalig in Österreich.
Herr und Frau Wanderlich haben die Blockheide nun schon zum zweiten Mal besucht und es wird mit Sicherheit nicht das letzte Mal gewesen sein. Neben einer vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt in einer skandinavisch anmutenden Landschaft, faszinieren hier vor allem die zahlreichen Wackelsteine und Steinriesen – von der Natur geformte Granitfelsen wie der Christophorusstein, das Teufelsbett, der Haifisch- und Elefantenstein oder auch die Kobold- und Grillensteine.
Einige Felsgebilde sind vom Land Niederösterreich sogar als Naturdenkmale ausgewiesen worden und besonders markante Exemplare haben Tafeln mit den jeweiligen Namen und einer humoristischen Illustration erhalten, die von dem österreichischen Bildhauer Carl Hermann gestaltet wurden.
Die etwa 106 Hektar große Heidelandschaft wurde 1960 zum Naturschutzgebiet erklärt und vier Jahre später erfolgte auf Anregung von Carl Hermann, dem auch der Nord-Süd-Weitwanderweg 05 zu verdanken ist, die Gründung des Naturparks – somit einer der ersten in ganz Österreich.
BesucherInnen präsentiert sich eine artenreiche Waldviertler Kulturlandschaft mit einer Verzahnung von Wiesen, Äckern, Mischwäldern und eingestreuten Granitfelsen. Typisch für diese Region sind auch spezielle Feuchtwiesen und Trockenrasen, die es in Österreich sonst selten gibt. Aber die Erhaltung der Kulturlandschaft erweist sich als äußerst schwierig, da die Bewirtschaftung sehr arbeitsintensiv und wenig rentabel ist. Seit 2022 kann man jedoch bei einem Spaziergang durch die Blockheide eine Herde aus Waldschafen und Ziegen antreffen, die eine wichtige Aufgabe für die Landschaftspflege und den Naturschutz übernehmen.
Herr und Frau Wanderlich haben in Gmünd genächtigt, weil sich von dort gleich wunderbar die Gegend erkunden lässt. Der Naturpark befindet sich sozusagen in Fußdistanz und auf dem Weg dorthin durchquert man auch den idyllischen Malerwinkel. Das Zusammenspiel von Wasser, Granitgebilden und unberührtem Wald verleiht dem Fleckchen etwas Zauberhaftes.
In dem kleinen Tal plätschert die Braunau als Bächlein gemächlich unter den Felsblöcken eines ehemaligen Steinbruchs dahin. Die Flusslandschaft, seit 1930 ein Naturdenkmal, bietet einen artenreichen Lebensraum. Im Malerwinkel befindet sich auch ein Holzgebäude, das zunächst als Badehütte und später als „Museum Märchenhain“ genutzt wurde (Grimm’sche Märchen, Zwerge, aber auch Trockenblumen und Tiere des Waldes). Ein Highlight für die Wanderlichs!
Zur Erkundung der Blockheide wurden diverse Themenwege angelegt, und zwar die GranitkulTOUR (2,9 km), MythologieTOUR (3,5 km), LandschaftskulTOUR (2,8 km), der Marienkäferweg (5,6 km) und der Meridianweg, der dem 15. Erdmeridian folgt, der genau hier verläuft (5,6 km).
Auf der „Gmünder Höhe“, dem höchsten Punkt des Naturparks, befindet sich das ehemalige Wasserreservoir, das heute als Informationszentrum genutzt wird. Auf diesem wurde ein 30 Meter hoher Aussichtsturm errichtet, der einen herrlichen Rundumblick über die Blockheide und bis über die nahe gelegene Grenze nach Tschechien bietet. Der Aufstieg auf den hölzernen Turm erfolgt zu Beginn unterirdisch durch das ehemalige Wasser-Sammelbecken, in dem auch die Erlebnisausstellung „Die Geburt der Wackelsteine“ zu sehen ist.
In unmittelbarer Umgebung befindet sich das Schutzhaus, wo Waldviertler Schmankerln angeboten werden, eine Grillstation für Selbstversorger, ein Naturspielplatz mit Steinlabyrinth, der „Picknickplatz für Riesen und Zwerge“, die Hubertuskapelle und der Blockheideteich. Der Naturpark ist übrigens ganzjährig geöffnet, das Infozentrum und der Turm nur von April bis Oktober.
Herr und Frau Wanderlich konnten gar nicht genug bekommen von der lieblichen Heidelandschaft und beschlossen deshalb noch eine kleine Extrarunde im Kirchenwald zu drehen. Einen sanften Kontrast zu den bizarren Felsformationen bilden teils gut versteckte Tümpel. Zu ihnen zählen die wunderschön gelegenen Mondteiche, ehemalige Abbaugruben eines kleinen Steinbruchs, die sich mit Wasser gefüllt und so ein wahrlich mystisches Plätzchen geschaffen haben.
Obwohl der Naturpark Blockheide-Eibenstein zu den Tourismus-Hits des Waldviertels zählt, haben ihn die Wanderlichs jedes Mal menschenleer und beschaulich erlebt – was natürlich auch an der Jahreszeit liegen mag. Die Region wurde nämlich bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch die Eröffnung der Franz-Josefs-Bahn erschlossen und seither haben sich vorwiegend die Sommerfrischler zwischen den „Naturlaunen“ getummelt.
Gmünd fungierte als Bahnknotenpunkt zwischen Wien und Prag beziehungsweise Budweis. Von 1907 bis 1916 verkehrte hier außerdem die „Oberleitungs-Automobillinie Gmünd“, der erste O-Bus Österreichs, welcher den Zweck hatte, den Bahnhof mit dem zwei Kilometer entfernten Stadtzentrum zu verbinden.
Herr und Frau Wanderlich ließen ihren Ausflug mit einem Spaziergang durch die Gmünder Altstadt ausklingen. Hier befinden sich einige historische und architektonische Sehenswürdigkeiten wie zum Beispiel das Schloss mit seinem großzügigen Landschaftspark, das Alte Rathaus oder die Sgraffito-Häuser aus dem 16. Jahrhundert.
Text- und Bildschmiede:
Herr und Frau Wanderlich. Ohne deren ausdrückliche Genehmigung keine Vervielfältigungen oder jegliche Nutzung privater oder kommerzieller Natur erlaubt. Siehe auch Impressum.
Herr und Frau Wanderlich. Ohne deren ausdrückliche Genehmigung keine Vervielfältigungen oder jegliche Nutzung privater oder kommerzieller Natur erlaubt. Siehe auch Impressum.
|
|
|










































































