Wer hätte gedacht, dass es auf dieser unscheinbaren kleinen Wanderung so viel zu entdecken gibt. Den ersten Glanzpunkt markiert gleich die ehemalige Burg-Kirchen-Anlage auf einer kleinen Anhöhe im Zentrum von Altlengbach, wo es auch kostenfreie Parkmöglichkeiten gibt, um die Tour gemütlich zu starten.
Die dem Simon und Judas geweihte Kirche sowie der Pfarrhof gingen im Jahr 1192 aus der hiesigen Burg der Lengbacher hervor, wurden jedoch während der 1. Türkenbelagerung beschädigt und im Zuge der 2. Türkenbelagerung zerstört – eine Neuerrichtung erfolgte Ende des 17. Jahrhunderts.
Die grün-weiß markierte Rundwanderung mit der Nummer 3 führt eben hier vorbei und anschließend rechterhand in den Wald hinein. Herr und Frau Wanderlich folgten der gut beschilderten Strecke auf beschaulichen und menschenleeren Wegen, wobei sie sich in einer richtigen Naturidylle wiederfanden.
Unterwegs trafen sie immer wieder auf das drüsige Springkraut, welches im 19. Jahrhundert vom indischen Subkontinent als Zierpflanze nach Europa gebracht wurde. Der rosafarbene Eindringling hat sich seitdem rasant verbreitet und da er in kürzester Zeit locker über zwei Meter hoch werden kann, verdrängt er mancherorts verschiedene heimische Pflanzenarten. Auch die Wanderlich hätten fast eine Machete gebraucht, um sich ihren Weg durch diesen üppigen Dschungel zu bahnen.
Nach gut einer Stunde Gehzeit gelangten die beiden dann zum nächsten spannenden Ort dieser Runde, und zwar zu den im Wald verborgenen Überresten der Burgruine Altlengbach, die in den Sommermonaten aufgrund des dichten Bewuchses aber kaum mehr auszumachen sind.
Die Burg soll um 1400 von den Fallbachern von Loosdorf errichtet worden sein, wobei in den darauffolgenden Jahren die Besitzer häufig wechselten. Bereits 1457 taucht die einst noch barockisierte Burg als „öde Veste“ in den Aufzeichnungen auf. Nachdem sie bei den Osmaneneinfällen zerstört wurde, hat sie niemand mehr aufgebaut.
Von der Burg selbst sind nur noch wenige Reste erhalten. Sie bestand aus der fast quadratischen Hochburg und der im Osten vorgelagerten, etwa 6 Meter tiefer liegenden, eingeschossigen Vorburg, die um einen rechteckigen Innenhof angeordnet war. Von den Seitenmauern blieben nur die Pfeiler zwischen den vier Fensterachsen stehen.
Herr und Frau Wanderlich nahmen natürlich trotzdem alles genauestens unter Augenschein, bevor sie sich auf den Rückweg Richtung Ortszentrum machten. Eine gute halbe Stunde spaziert man noch am Lengbach entlang – mit Ausblick auf die parallel dazu verlaufende Westautobahn – kommt an ein paar hübsche Häusern und vor allem am kleinen, aber feinen Freibad von Altlengbach vorbei.
Wen jetzt nach dieser ausgiebigen Erkundungstour der Hunger plagen sollte, der kann abschließend noch beim Kirchenwirt oder dem Gasthof Steinberger einkehren. Wanderlichs sind auch noch weitere Routen hier im Ort gewandert, von denen sie der werten Leserschaft alsbald berichten werden.
Text- und Bildschmiede:
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